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Symposium turmdersinne 2013
Samstag, 5. Oktober 2013, 11:45–12:30

Prof. Dr. Ulrich Kühnen

Kultur und Kognition

Wie das Selbst das Denken formt

Wie beeinflusst die Kultur das Selbstkonzept einer Person? Welche Konsequenzen hat das Selbstkonzept für ihr Erleben und Handeln? Das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und sozialen Gruppen, denen er angehört, bzw. die relative Betonung von Autonomie vs. sozialer Eingebundenheit, stellen eine der wichtigsten Kulturdimensionen dar. Entlang dieser Dimension finden sich auch Unterschiede in den Selbstkonzepten der jeweiligen Kulturmitglieder. So können Personen sich selbst einerseits vorwiegend durch solche Aspekte definieren, die die eigene Unabhängigkeit betonen (etwa eigene Ansichten, Fähigkeiten oder Eigenschaften). Andererseits kann das Selbst durch solche Merkmale definiert werden, die den sozialen Bezug zu anderen Personen herstellen (z.B. eigene Gruppenmitgliedschaften oder soziale Rollen). Wann immer ein psychologischer Prozess die eigene Person betrifft, wirkt sich der Unterschied in den Selbstkonzepten auf das Ergebnis aus. Dies gilt zum Beispiel auch für subjektive Erklärungen von eigenen und fremden Handlungen. Personen neigen generell dazu, den Einfluss von internen Merkmalen des Handelnden (etwa seine Motive oder Einstellungen) zu überschätzen, situative Einflüsse jedoch nicht ausreichend zu berücksichtigen. Eigene Entscheidungen werden überdies als Ausdruck der persönlichen Identität angesehen und als solche oftmals auch im Nachhinein gerechtfertigt. Diese Urteilstendenzen sind in solchen Kulturen, die die Autonomie des Einzelnen betonen, besonders stark ausgeprägt.

Vortragsfolien (pdf: 488 KB).

 

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